
Günter Haese – schwingende Skulpturen
14. März 2025 - 30. April 2025

Der deutsche Bildhauer Günter Haese (1924–2016) ist bereits seit einiger Zeit künstlerisch aktiv, bevor ihm ein raketenhafter Durchbruch gelingt. Im Winter 1960/61 zerlegt er eine Uhr – und entdeckt in ihrem Inneren einen für ihn neuen, faszinierenden Werkstoff. Ab 1962 nutzt er Uhrmachermaterialien wie zarte Metallplättchen, -teile und -drähte sowie fragile Sprungfedern für seine Skulpturen. Äußerst sorgfältig fügt und lötet er filigrane Türme, Kugeln, Würfel und andere fantastische Gebilde zusammen. Obgleich von Haese selbst nicht als kinetisches Werk gedacht, reagieren seine Arbeiten sensibel auf äußere Einflüsse: Schon ein leichter Hauch versetzt sie in dezente Schwingungen.
Seine Wahl der Materialien ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal, und sein Werk trifft einen Nerv. Auf seine erste Ausstellung im Museum Ulm folgen noch im selben Jahr 1964 die Einladung zur documenta III in Kassel und der Sprung nach Amerika: eine Einzelausstellung im Museum of Modern Art (MoMA) in New York, das auch direkt einige Werke für die eigene Sammlung ankauft. Weitere Stationen auf seinem außergewöhnlichen Weg durch die wichtigsten Ausstellungen der Welt sind die Biennale in Venedig und São Paulo, die Weltausstellung in Montreal, mehrere Auftritte bei der Triennale in Fellbach sowie die Teilnahme an der 20. Ausstellung der Metallbildner Japans. Seit 1965 vertritt ihn die Marlborough Gallery. Dem Wandel des Kunstmarktes in den 1980er Jahren hin zur massenhaften Produktion von Kunstwerken in großen Studios kann und will Haese nicht folgen. Er arbeitet allein an seinen Skulpturen und erschafft bis zu seinem Tod ein Œuvre von schätzungsweise 400 bis 500 Arbeiten. Er erhält zahlreiche Preise und eine Ehrenprofessur des Landes Schleswig-Holstein.
Selten wurden so viele Skulpturen von Günter Haese versammelt wie in dieser Ausstellung.
Günter Haese – schwingende Skulpturen
14. März 2025 – 30. April 2025