In ihrer Werkgruppe Übersee reflektiert Annette Schröter Eindrücke verschiedener Reisen nach Süd- und Nordamerika. Das Fremde, Ungewohnte der Alltagskultur, Architektur und Vegetation spiegelt sich in ihren Papierschnitten. Sie thematisiert die Ambivalenz der Bilder, ihre trügerische Schönheit, hinterfragt inhaltliche und bildnerische Klischees, die wir mit dem altmodischen Begriff Übersee verbinden. Dieser stammt aus einer Zeit, als Menschen aus Europa auswanderten, um ihrer existentiellen Not zu entfliehen. Übersee stand aber auch immer für eine unerreichbare Ferne, das vermeintlich exotisch Unbekannte als Ziel aller Sehnsüchte und für die Verheißung, die ihm innewohnt.
Die alte Technik des Papierschnitts dient Annette Schröter als zeitgemäße künstlerische Ausdrucksmöglichkeit. Sie lotet ihre vielfältigen Möglichkeiten aus, durchbricht die Dualität von schwarz und weiß durch die Verwendung farbiger Papiere und Tapeten sowie Sprays und farbigem Acrylglas.