Ambra Durante und Asana Fujikawa in der Galerie Friese

Ambra Durante, 2021, Tusche auf Papier, 14 x 14 cm, Foto: Eric Tschernow, Berlin

Galerie Friese zeigt parallel die Einzelausstellungen der Künstlerinnen Ambra Durante und Asana Fujikawa.

Ambra Durante

Ambra Durante (*2000 in Genua; lebt seit 2007 in Berlin) veröffentlichte 2020 im Wallstein Verlag das Buch „Black Box Blues“: eine Erzählung in Bild und Text über den Grund, am Leben zu trauern und wie es sich weiterführen lässt.

Lack of sleep is my eye shadow — so heißt ihre erste Ausstellung überhaupt. Da wird auf jedem Material gezeichnet: auf Leinwand, Karton, Einkaufstüten, Schießkarten. Das, was zur Hand ist, nimmt Ambra Durante und braucht es für ihre einfachen wie komplizierten Bildgeschichten. Dass das Innere äußere Gestalt gewinnt und dabei im Ausdruck wahrhaftig bleibt, dass die Darstellung die Spuren der äußeren und inneren Bedrohung trägt, ist das Anliegen. Das präzise Umkreisen der Bildthemen erfordert die äußerste Konzentration — eine Art von beiläufig wirkender Genauigkeit, die die (vermeintlichen) Fehler zum Teil der Arbeit werden lässt.

„Buy the mini version“, ein Sprachdetail aus einer Arbeit, gibt uns scheinbar einen Anhaltspunkt, worum es hier eigentlich geht. Aber schnell wird klar: Es geht hier nicht um einen zu definierenden Inhalt. Es geht um eine Bildwelt, in der wir uns verlieren können, um zu dem zu finden, was Kunst ist. Eine Freiheit in der künstlerischen Bewegung also, die uns lehrt, das scheinbar Ferne und Vertraute anders anzuschauen, eben durch Ambra Durantes Augen.

Asana Fujikawa

Asana Fujikawas (*1981 in Tokio; lebt und arbeitet in Hamburg) erste Einzelausstellung “Einmal fielen weiße Tropfen aus deiner Brustwarze auf meinen Stöckelschuh, weißt du noch?” in der Galerie Friese konzentriert sich auf Fujikawas skulpturale Werke, neue Keramiken werden von Arbeiten aus den letzten fünf Jahren begleitet.

Bereits mit dem Ausstellungstitel eröffnet Fujikawa eine Geschichte und verweist damit auf einen zentralen Aspekt ihrer künstlerischen Praxis: sie entwirft mit ihren Figuren und Szenen eigene Welten, spinnt Mythologien weiter und kreiert sie selbst. Dies manifestiert sich besonders in ihren Keramiken.

Asana Fujikawa setzt sich in ihren Werken mit Vergänglichkeit, Ängsten, Sexualität und der Darstellbarkeit von Körperlichkeit auseinander. All das wird unter ihrer Hand zu einer zeitgenössisch verwandelten Ausformung der Metamorphosen des menschlichen Lebens. Dessen Ambivalenzen und Komplexität überträgt sie in die Gestaltung ihrer Keramiken, was auch im Umgang mit dem Material sichtbar wird: unglaublich feine und zarte Formen, die die Möglichkeiten der keramischen Gestaltung nahezu ausreizen, treffen auf grobere, wuchtige Ausformulierungen; bunt glasierte Elemente auf einfach farbige, zum Teil raue, belassene Bereiche; Risse, Löcher und Klüfte werden zum Gestaltungselement. Schönheit und Zerbrechlichkeit, das Abgründige zugleich bilden eine Einheit.

Asana Fujikawa, ein Kind, 2021, Keramik, 29 x 27 x 20 cm, Foto: Fred Dott, Hamburg
Asana Fujikawa, ein Kind, 2021, Keramik, 29 x 27 x 20 cm, Foto: Fred Dott, Hamburg

Ambra Durante

“Lack of sleep is my eye shadow”

Asana Fujikawa

“Einmal fielen weiße Tropfen aus deiner Brustwarze auf meinen Stöckelschuh, weißt du noch?”

15. September–30. Oktober 2021

Galerie Friese

Beitragsbild: Ambra Durante, 2021, Tusche auf Papier, 14 x 14 cm, Foto: Eric Tschernow, Berlin

Veröffentlicht am: 30.09.2021 | Kategorie: Ausstellungen, Kunst,

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